Ein gesunder Wald geht alle an

Information und Austausch stehen im Mittelpunkt der anstehenden Deutschen Waldtage, die in diesem Jahr vom 18. bis 20. September stattfinden. Es geht um die vielfältigen Funktionen des Waldes, die zum Teil dramatischen Auswirkungen, die der Klimawandel auf die Wälder hat, und Maßnahmen zum Schutz und zur Stärkung der Wälder. 

Aktionsaufruf für die Deutschen Waldtage

Das Bundeslandwirtschaftsministerium ruft zusammen mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat dazu auf, sich an den Deutschen Waldtagen zu beteiligen. Mitmachen können Forstbetriebe und Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, ebenso wie alle anderen gesellschaftlichen Gruppen, die für und mit dem Wald arbeiten, Produkte des Waldes nutzen, ihn als Sport- und Erholungsort schätzen oder sich für den Waldschutz engagieren.

Die Deutschen Waldtage bieten Gelegenheit, sich über den "Wald im Klimastress" zu informieren und Maßnahmen und Pläne zum Erhalt der vielfältigen Leistungen des Waldes zu diskutieren. Mitmachaktionen bringen den Bürgerinnen und Bürgern die Vielfalt des Waldes nahe.

Alle Informationen und Veranstaltungen rund um die Deutschen Waldtage finden Interessierte auf der

Internetseite deutsche-waldtage.de.

Bund und Länder ziehen an einem Strang

Der deutsche Wald ist großen Belastungen ausgesetzt. Stürme, extreme Dürre, Waldbrände und der Borkenkäfer haben 2018 und 2019 gravierende Probleme verursacht. Zusammen mit den 2020 zu erwartenden Schäden geht das Bundeslandwirtschaftsministerium von einem Schadholzbefall von 160 Millionen Kubikmetern aus. 245.000 Hektar müssen wiederbewaldet werden.

Bereits im vergangenen Jahr haben sich Bund und Länder auf ein umfangreiches Hilfspaket geeinigt. Für den Zeitraum von 2020 bis 2023 stehen allein in der "Gemeinschaftaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) rund 800 Millionen Euro

Waldhilfen zur Verfügung. Beim "

Waldgipfel" am 25. September 2019 hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit Verbänden, Wissenschaftlern und Experten Maßnahmen beraten, welche Anpassungen in der Förderstruktur notwendig sind.

Zusätzliche Unterstützung zu Corona-Zeiten

Durch das Anfang Juni beschlossene Konjunkturpaketes stellt die Bundesregierung zusätzlich 700 Millionen Euro für den Bereich Wald und Holz bereit. Davon solllen 500 Millionen Euro zur Unterstützung einer besonders nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit einer Art flächenwirksamen Prämie genutzt werden. Zudem fließen 100 Millionen Euro in die Innovationsförderung - etwa in die digitale Technik in der Forstwirtschaft und bei Holzverarbeitern. Weitere 100 Millionen Euro sollen die stärkere Nutzung von Holz als Baustoff fördern.

Schnelles und pragmatisches Handeln

Bereits 2018 hatte die Bundesregierung angesichts der immensen Schäden zügig gehandelt, um betroffene Waldbesitzer zu unterstützen. Zum Beispiel wurden ein neuer 

GAK-Fördertatbestand zur Bewältigung der Extremwetterfolgen und steuerliche Erleichterungen bei der Schadholzverwertung beschlossen. Bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank wurden Kredite für Waldeigentümer zu günstigen Konditionen in einer neuen Fördersparte gebündelt und erweitert.

Erleichterungen gab es auch beim Abtransport und der Lagerung von Schadholz. So wurde etwa das Kabotageverbot aufgehoben. Das bedeutet, auch Transportdienstleister aus dem EU-Ausland konnten in Deutschland tätig werden. Weitere Erleichterungen betrafen die Transportmengenbegrenzung pro Lkw sowie die Finanzierung von Lagerstätten. Mithilfe der Bundeswehr konnte an vielen Orten das Schadholz schnell aus den Wäldern abtransportiert werden, um eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern.

Langfristiger Umbau

Kurzfristige Hilfen für den Wald sind wichtig - doch langfristig gilt es, den Wald an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Dazu gibt es zahlreiche Forschungsvorhaben.

Aspekte dabei sind:

  • trockenheitstolerantere Baumarten zu pflanzen,
  • die Wasserspeicherfähigkeit der Waldböden zu verbessern,
  • Baumarten mit unterschiedlichen Ansprüchen und Eigenschaften zu mischen - etwa Bäume mit tieferen und flacheren Wurzelsystemen,
  • den Waldzustand, das Schadensrisiko und die Schädlingssituation zielgerichtet zu analysieren (Waldschutzmonitoring) und
  • die Waldhygiene deutlich zu intensivieren, zum Beispiel durch rasche Beseitigung von Brutmaterial für Schaderreger.

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